Industrie- und Handelskammer befragt mehr als 310 Firmen und erhält Rekordwerte.

Bayer Rivaroxaban Produktion (2008)
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Thrombosemittel-Produktion bei Bayer.

Wuppertal. „Die Lage ist hervorragend – die Erwartung gemischt.“ So skizzierte Uwe Mensch, Volkswirt der Industrie- und Handelskammer Wuppertal, Solingen und Remscheid (IHK) die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Mehr als 310 bergische Unternehmen mit etwa 21.500 Beschäftigten hatten sich beteiligt, und das Ergebnis ist hervorragend: Der sogenannte Geschäftslagenindex ist so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr.

„Die Wirtschaftslage der bergischen Unternehmen zum Jahresanfang ist weiterhin erfreulich gut. Der sich selbst tragende und stabile Aufschwung hat einen neuen Höhepunkt erreicht“, jubelte denn auch IHK-Präsident Friedhelm Sträter.

Insbesondere in der Industrie hat sich der Aufschwung fortgesetzt, zwei Drittel der befragten Unternehmen produzieren an ihrer Kapazitätsgrenze. Aber auch die Großhändler und das Dienstleistungsgewerbe berichten über eine hervorragende Wirtschaftslage. Ähnlich sind auch die Antworten der Gastwirte und der Einzelhändler. Lediglich im Verkehrsgewerbe hat sich die Lage eingetrübt, was durch die hohen Energiepreise begründet wird.

Solingen und Remscheid überholen Wuppertal

Auch regional gibt es Unterschiede. In Remscheid ist der Index für die Geschäftslage auf den Rekordwert von 66 gestiegen, in Solingen auf den Wert 54. Lediglich in Wuppertal sank der Geschäftslageindex von 48 auf 40, was aber nach Auskunft von IHK-Geschäftsführer Michael Wenge ein noch immer sehr guter Wert sei. Ein Grund für die sehr guten Werte in Solingen und Remscheid sind nach Einschätzung von Mensch, dass dort mehr metallverarbeitende Unternehmen tätig sind. Diese Branche befindet sich derzeit stark im Aufwind.

Jedes vierte Unternehmen leidet schon jetzt am Mangel von qualifizierten Arbeitskräften, wobei nur jedes Fünfte einen bedrohlichen Fachkräftemangel erwartet. Die Reaktion der bergischen Unternehmer besteht darin, dass sie die Zahl der Auszubildenden steigern wollen.

Die Erwartungen der bergischen Unternehmen sind indes nicht ganz so gut wie die aktuelle Lage. Besonders die stark steigenden Energie- und Rohstoffpreise bereiten jedem zweiten Unternehmen Sorge. Die anhaltende Staatsschuldenkrise sorgt ebenfalls für nur gedämpften Optimismus.

Sollte die Stadt Wuppertal, wie erwartet, im Zuge des zweiten Sparpaketes die Gewerbesteuer erhöhen, so geht die IHK nicht davon aus, dass dies zu einer Abwanderungswelle von Unternehmen führen werde. Aber: Natürlich sei es für die Unternehmen schlecht, wenn sie mehr Gewerbesteuer zahlen müssen.

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