Im Streit zwischen Verein und Agentur Banf geht es um sechsstellige Summen. Verwaltungsrat im Zeugenstand.

Die Aktenordner im Zivilprozess zwischen Vermarkter Banf und Wuppertaler SV werden immer dicker. Am 6. November geht es weiter.
Die Aktenordner im Zivilprozess zwischen Vermarkter Banf und Wuppertaler SV werden immer dicker. Am 6. November geht es weiter.

Die Aktenordner im Zivilprozess zwischen Vermarkter Banf und Wuppertaler SV werden immer dicker. Am 6. November geht es weiter.

Uwe Schinkel

Die Aktenordner im Zivilprozess zwischen Vermarkter Banf und Wuppertaler SV werden immer dicker. Am 6. November geht es weiter.

Wuppertal. Der Vermarkter Banf Crossmedia Group GmbH fordert von dem Wuppertaler SV Provisionen in sechsstelliger Höhe aus der Spielzeit 2009/2010 und aus einem bis heute gültigen Vertrag. Am heutigen Dienstag wurde der Zivilprozess vor dem Landgericht mit der Vernehmung des WSV-Verwaltungsratsmitglieds Nico Ueberholz fortgesetzt.

Zeuge des WSV hatte nie über Geld gesprochen

Ueberholz war vom WSV als Zeuge benannt worden. Er sollte über einen Ausrüstervertrag des WSV mit dem Unternehmen Puma aussagen. Den Vertrag habe die Banf als Vermarkter für 80.000 Euro pro Saison mit 20.000 Euro unter Wert abgeschlossen, so der Vorwurf des WSV. Nico Ueberholz sagte allerdings, dass er weder mit Puma noch in seiner Funktion als Mitglied des WSV-Wirtschaftsrates im Verein jemals über konkrete Summen gesprochen habe. Ihm habe lediglich vor sechs oder sieben Jahren ein Vorstandsmitglied von Puma in einem persönlichen Gespräch signalisiert, dass der WSV für den Sportartikelhersteller ein interessanter Partner sein könne. Auf seinen persönlichen Kontakt zu Puma habe er Dirk Polenk, den Mitarbeiter der Banf, Jahre später dann hingewiesen.

Inzwischen ist Puma Ausrüster des WSV – für 80.000 Euro pro Saison. „Die Banf hätte sogar 125.000 Euro erzielen können – wenn der WSV nicht aus der 3. Liga abgestiegen wäre“, erklärte Rolf Lechner, Anwalt der Banf.

WSV-Anwalt Holger Linderhaus zog in Erwägung, zur Klärung der Frage den kaufmännischen Leiter der WSV-Geschäftsstelle, Helmut Lepiorz, ein weiteres Mal als Zeugen zu benennen. Für die Banf ist dies ein Spiel auf Zeit. Allein die Ankündigung, die Beweisaufnahme eventuell fortsetzen zu wollen, löste bei Patrick Banf, Geschäftsführer der Banf Crossmedia Group GmbH, Unverständnis aus. „Herr Runge hat mir einmal gesagt, er zieht das Verfahren hin bis zum Sankt Nimmerleinstag“, berichtete Patrick Banf am Dienstag vor Gericht.

Der WSV wiederum hat Widerklage erhoben und fordert Auskunft über „die von der Banf tatsächlich erbrachten Leistungen“. Sollte der WSV nachweisen können, dass die Banf vertraglich vereinbarte Leistungen nicht erbracht hat, könnte der Verein Schadenersatzforderungen geltend machen.

Zur Vorgeschichte: Am 30. Juli 2009 trat der WSV seine Vermarktungsrechte an die Banf Crossmedia Group GmbH ab und erhielt dafür ein „signing fee“ in Höhe von 150.000 Euro. Am 5. August 2010 kündigte der WSV fristlos den Vertrag mit der Banf. Das Landgericht Wuppertal erklärte die Kündigung am 20. Juli 2011 für unwirksam.

Pro Saison beläuft sich die Summe auf 160.000 Euro

Zum Zeitpunkt der Vertragsunterzeichnung sollen die Sponsoreneinnahmen pro Saison rund 430.000 Euro betragen haben. Diese – so wurde am Dienstag bekannt – stiegen in der Saison 2009/10 auf 800.000 Euro. Davon stehen der Banf laut Vertrag 160.000 Euro (20 Prozent) plus Mehrwertsteuer zu. Der Vertrag zwischen WSV und Banf hat eine Laufzeit von vier Jahren für die 3. Liga. Er verlängert sich jeweils um eine Saison, die der WSV nicht mindestens in der 3. Liga spielt.

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