Ab dem 1. Juli steht das denkmalgeschützte Gebäude leer. Eine Sanierung würde bis zu 40 Millionen Euro kosten – daher droht der Abriss.

Der Countdown läuft: Das Schauspielhaus an der Kluse darf nur noch bis zum 30. Juni bespielt werden.
Der Countdown läuft: Das Schauspielhaus an der Kluse darf nur noch bis zum 30. Juni bespielt werden.

Der Countdown läuft: Das Schauspielhaus an der Kluse darf nur noch bis zum 30. Juni bespielt werden.

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Der Countdown läuft: Das Schauspielhaus an der Kluse darf nur noch bis zum 30. Juni bespielt werden.

Wuppertal. „Es ist nichts geplant.“ Auf die Frage, wie sich die Wuppertaler Bühnen von ihrer traditionsreichen Spielstätte, dem Schauspielhaus an der Kluse, verabschieden, hatte Geschäftsführer Enno Schaarwächter zunächst eine klare Antwort: „Eine Abschiedsveranstaltung hielte ich für falsch.“ Zumal die Zukunft des Hauses nach wie vor offen sei: Auf der nächsten Sitzung des Kulturausschusses sollen mögliche Modelle einer „Nachfolgenutzung“ vorgestellt werden, wie es im besten Amtsdeutsch heißt.

Wie geht es weiter: Entsteht ein Tanzarchiv oder ein Museum?

Wie die WZ bereits berichtete, ist abzusehen, was am Mittwoch, 26. Juni, um 16 Uhr im Barmer Rathaus präsentiert werden dürfte: Es gibt Überlegungen, aus dem Schauspielhaus ein internationales Tanzarchiv zu machen oder das Theatergebäude als neuen Standort des Von der Heydt-Museums zu nutzen. Nach WZ-Informationen belaufen sich die Kosten einer Sanierung und Umwandlung – je nach Modell – auf bis zu 40 Millionen Euro. Geld, das die Stadt nicht hat.

Vorfreude auf die neue Bühne: Geschäftsführer blickt nach vorn

Klar ist bisher nur eines: Die ehrwürdige Bühne, die zuletzt nur noch per Sondergenehmigung genutzt werden durfte, schließt am Sonntag, 30. Juni, endgültig ihre Tore. Eine offizielle Verabschiedungszeremonie – in welcher Form auch immer – wird es nicht geben. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand in Feierlaune ist“, betont Kulturdezernent Matthias Nocke auf WZ-Nachfrage.

Pikanterweise dreht sich beim Finale noch einmal alles ums Geld: „Eine Billion Dollar“, die Erfolgsinszenierung von Schauspiel-Chef Christian von Treskow, wird um 18 Uhr aufgeführt. „Sie war eigens für die kleine Bühne entwickelt worden und ist folglich zum letzten Mal zu sehen“, erklärt Schaarwächter. „Der 30. Juni ist ein Datum, das die Stadt gesetzt hat. Für uns heißt das: Wir müssen ausziehen und Technik, Vorhänge und Stellagen in unseren Werkstätten lagern.“

Schaarwächter stellt allerdings auch klar, dass das Theater weitergeht: „Wichtig ist mir, dass wir nicht in ein Loch fallen. Wir freuen uns auf die neue Spielstätte, die gebaut wird, und haben eine Perspektive – unabhängig davon, was mit dem Gebäude passiert.“ Deshalb wird nun doch etwas geplant: Wer für den 30. Juni eine Karte kauft, erhält eine für die neue Spielstätte geschenkt.

 

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