Am WZ-Mobil gibt es für eine Vergrößerung der City-Arkaden nur wenige Befürworter.

Für Diskussionsstoff war beim WZ-Mobil am Kipdorf gesorgt. Befürworter und Gegner der Pläne tauschten sich aus.
Für Diskussionsstoff war beim WZ-Mobil am Kipdorf gesorgt. Befürworter und Gegner der Pläne tauschten sich aus.

Für Diskussionsstoff war beim WZ-Mobil am Kipdorf gesorgt. Befürworter und Gegner der Pläne tauschten sich aus.

Fischer, A. (f22)

Für Diskussionsstoff war beim WZ-Mobil am Kipdorf gesorgt. Befürworter und Gegner der Pläne tauschten sich aus.

Elberfeld. Es ist ein Thema, das heftig diskutiert wird – und auch in Zukunft für Kontroversen sorgen dürfte: die geplante Erweiterung der City-Arkaden.

„Die Arkaden haben doch schon genug Platz“, sagen Siegmund und Maria Voll. Durch die Erweiterung würden andere Geschäfte zurückgedrängt. „Wir haben auch noch die Rathaus-Galerie.“ Für Friseursalonbesitzerin Bärbel Hammers wäre ein Umzug in die Arkaden gar nicht möglich. „Wir haben uns selbstständig gemacht, um freier entscheiden zu können.“

Rüdiger Thiesemann bezeichnet seine Position als neutral. Er stammt aus Hamburg, Wuppertal ist seine Wahlheimat. „Ich habe es schon in Hamburg, Bochum und Remscheid erlebt. Die Atmosphäre in der Innenstadt wird tot und kalt. Städtebaulich ist Wuppertal schön. Wir haben doch alles.“

Viele finden die Arkaden in der jetzigen Größe sehr gut

Dem hält Jürgen Harmke, Vorstandsmitglied im Stadtmarketingverein Wuppertalaktiv, entgegen: „Die Innenstadt ist leer, weil keiner investiert hat. Wir wünschen uns daher eine Ergänzung des vorhandenen Angebots und sind für die Erweiterung. Wir wollen, dass sich jeder Gedanken um die Gestaltung macht.“

Siegfried Lindner kämpft für „seine“ Straße. „Seit elf Jahren liebe ich die Straße Kipdorf, seit zwei Jahren lebe ich hier.“ Täglich bummelt er durch das Einkaufszentrum. „So wie es ist, ist es spitze, aber mehr brauchen wir nicht. Durch den Betonblock würde das Flair zerstört.“ Den Vorschlag der Grünen (siehe Infokasten) findet er zu radikal: „Der Platz muss schöner werden, aber man muss realistisch bleiben.“

„Das Postgebäude könnte man besser nutzen, für junge Leute oder Künstler. Den Bürgerpark halte ich für eine gute Idee. Ich würde auch die Bäume pflegen.“
Erika Nippel

„Der Begriff ergebnisoffene Planung ist mir zu oft gefallen. Ich habe in den Ausschusssitzungen erlebt, dass die Befürworter eine sehr feste Meinung geäußert haben.“
Stephan Mielke
 

Die Grünen haben eine Alternative zur City-Arkaden-Erweiterung für den Platz am Kolk entwickelt (die WZ berichtete). Anke Woelky und Bettina Brücher stellten die Pläne für den Bürgerpark auch am WZ-Mobil vor. „Man kann doch nicht einfach den Platz verkaufen“, erklärt Woelky. So wie geplant, würden die erweiterten City-Arkaden einen ganzen Stadtteil abschotten.

Der Betreiber der City-Arkaden, ECE, wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zum Thema Erweiterung äußern. Noch gebe es keine konkreten Pläne.
 

Gegen eine Erweiterung der City-Arkaden spricht sich auch die Initiative „Die Wuppertaler“ aus. Anke Schulz, die vor 23 Jahren die Schneiderei Burscheid übernommen hat, ist eine der Initiatorinnen. Im Extremfall muss sie sich neue Räumlichkeiten suchen. „Es werden gar nicht die Unternehmen berücksichtigt, die sich seit vielen Jahren für die Stadt engagieren.“ Stephan Mielke hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt. Seine Meinung: „Die Erweiterung würde Wuppertal nicht gut tun.“

diewuppertaler.wordpress.com

Auch Navida ist oft in den Arkaden unterwegs. „Die sind super. Aber ich bin nicht sicher, ob eine Erweiterung gut ist. Wieviel sollen denn die Wuppertaler kaufen?“

Victor Assigno und Abdelhalim Bouhnidi, die sich gerne die Zeit in den Arkaden vertreiben, sind angetan von der Idee des Bürgerparks. „Das wäre schöner, als den Platz zu bebauen.“

Michael Barlluschke-Glauch sorgt sich um die Zukunft. „Wenn die Stadt verkauft, wäre das dramatisch. Das kann nie mehr zurückgebaut werden.“ Die Verantwortlichen müssten 30 Jahre weiter denken: „Es gibt so viele Möglichkeiten, den Platz charmant zu machen. Die Stadt muss lebenswert und liebenswert werden.“

Obwohl Gülcan Cengiz in den City-Arkaden arbeitet, ist sie gegen eine Erweiterung: „Es gibt genug Center. Die Einzelhändler gehen doch kaputt.“

Auch Ingrid Micheleti lehnt die Pläne ab. „Soll sich Peter Jung doch auf Küllenhahn eine Betonmauer um sein Haus ziehen. Dann weiß er, wie es hier aussehen wird.“

Antje Lieser von Wuppertalaktiv spricht sich am WZ-Mobil für die Erweiterung aus. „Kaufkraft aus anderen Städten wird dadurch nach Wuppertal gezogen.“ Sie sieht keine Gefährdung der Einzelhändler. „Es müssen Kompromisse geschlossen und nach Augenmaß geplant werden. Ich bin guter Hoffnung, dass eine Lösung gefunden wird, die alle Betroffenen zufriedenstellt.“

Monika Gerstberger hätte grundsätzlich nichts dagegen, die Arkaden um das Postgebäude zu erweitern, aber man dürfe nicht alles zubauen. Jürgen Dahm nennt das Beispiel Essen. Dort sei die Innenstadt zugebaut worden. Er wünscht sich „lieber eine Grünanlage, einen ansprechenden, offenen Platz“.

Erika Erlenkötter sagt: „Es sollte so bleiben, wie es ist. Warum sollte man die Häuser verstecken. Der Blick auf die Kirche sollte erhalten bleiben.“

Christine Ferch ist geteilter Meinung. Sie fragt sich, warum die Erweiterung nicht in Richtung des neuen Parkhauses Hofaue geplant wird.

 

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