Sanierung: Künstler sollen kürzere Wege und neue Probenräume erhalten. Auf die Zuschauer warten historische Vorhänge.

Aufnahme aus den 50ern: Ein Blick ins Opernhaus, in dem das historische Ambiente erhalten werden soll.
Aufnahme aus den 50ern: Ein Blick ins Opernhaus, in dem das historische Ambiente erhalten werden soll.

Aufnahme aus den 50ern: Ein Blick ins Opernhaus, in dem das historische Ambiente erhalten werden soll.

Aufnahme aus den 50ern: Ein Blick ins Opernhaus, in dem das historische Ambiente erhalten werden soll.

Wuppertal. Die Musik spielt (noch) nicht im Opernhaus, derzeit gibt die Politik den Ton an. Den Wuppertaler Bühnen bleibt da nur die ungewohnte Rolle als Zuschauer - aber auch die Aussicht auf Jubel-Arien. Denn wenn die Oper im Herbst 2008 wieder eröffnet wird, erhalten sie zwei neue Probebühnen.

Einstimmig war das Votum im Kulturausschuss, nun muss noch der Rat zustimmen. Dort fällt am 12. Februar auch eine "historische" Entscheidung: Die neue Oper sollen Vorhänge und Gardinen schmücken, die an alte Zeiten erinnern. Die 50er Jahre lassen grüßen - an Fenstern und Garderoben.

Geld für die Okapi-Anlage im Zoo fließt nun in die Oper

Ein anderer Plan ist für das Publikum zwar weniger sichtbar, aber nicht weniger wichtig: Die Verwaltung der Sinfoniker soll ihre Noten und Schreibtische im Opernhaus aufbauen - dort, wo bisher der Fundus eingeplant war. Den verlagern die Planer nun, um Platz für das städtische Orchester zu schaffen, das schließlich nicht nur Konzerte in der Stadthalle gibt, "sondern zu 40 bis 50  Prozent auch Opern spielt", wie Kulturdezernentin Marlis Drevermann betont.

Die kürzeren Verwaltungswege sollen Zeit sparen, kosten aber erst einmal Geld. Mit etwa 170 000 Euro schlägt der bauliche Mehraufwand zu Buche. Bei der Finanzierung spielen keine Sponsoren, sondern Tunda, Sudi und Henry die Hauptrolle: Eigentlich war die Summe im Investitionsplan 2010 für diese drei Okapis reserviert. "Doch weil der Zooverein dem Zoo die neue Außenanlage zum Jubiläum geschenkt hat, werden die Mittel frei", freut sich Drevermann. Vom Zooverein profitiert also auch die Oper. Und das ist bitter nötig, wie Drevermann findet: "Es muss dringend eine Dauerlösung her, bisher ist die Orchesterverwaltung vagabundiert."

"Es wächst zusammen, was zusammengehört."

Bühnen-Geschäftsführer Enno Schaarwächter zum Einzug des Orchesters in die Oper

Erst waren die Sinfoniker Gäste der Stadthalle, derzeit sind sie im Cartex-Haus an der Bundesallee Nachbarn der Bühnen. Dass sie nun in die Oper integriert werden, hat nicht zuletzt finanzielle Vorteile: "Wir sparen die externe Miete." In welcher Höhe, kann Drevermann aus dem Stand nicht beziffern. Dafür nennt sie eine andere Summe: Zirka 40 000 Euro Mietkosten könnten jährlich gespart werden, wenn die Tanztheater-Verwaltung ins Schauspielhaus zöge, das dadurch "belebt werden soll", wie Drevermann hofft.

Apropos: Belebt wird auch die Oper, so Schaarwächter. "Die beiden neuen Probebühnen bedeuten eine enorme Zeitersparnis, weil wir Schauspieler und Requisiten nicht mehr zu Proberäumen nach Vohwinkel und Wichlinghausen fahren müssen. Außerdem wird die Oper damit auch tagsüber zu einer Kreativstätte."

Sichtbarer für die Zuschaueraugen dürfte allerdings anderes sein: das Ambiente im neuen Opernhaus, das 1956 wieder eröffnet worden war und für 25 Millionen Euro saniert wird. Die "Wiederherstellung der historischen Einrichtung in Foyers und Umgängen", wie sie in bestem Amtsdeutsch geplant wird, soll übrigens nicht nur Ästheten, Nostalgikern und Denkmalschützern Freude bereiten.

Die nicht entflammbaren Vorhänge haben auch den akustischen Vorteil, dass sie jeden Nachhall verhindern, falls es zu einer B(r)anddurchsage kommt. Im Notfall gibt also auch ein Vorhang den Ton an.
 
 
SANIERUNG
 
Anfang Das Opernhaus ist seit Dezember 2003 für den Publikumsverkehr geschlossen. Im Oktober 2006 wurde die Baustelle offiziell eröffnet. "Wir sind voll im Zeitplan", sagt Bühnen-Geschäftsführer Enno Schaarwächter.

Ende Die Oper soll zum Spielzeitwechsel 2008/09 wieder eröffnet werden.

 

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