44 Monate haben die Arbeiten am Tunnel in Burgholz gedauert. Am Mittwoch wird einer der längsten und sichersten Tunnel in NRW für den Verkehr geöffnet.
Wuppertal. Mit dem zweiröhrigen Tunnel Burgholz wird am kommenden Mittwoch der längste Tunnel in Nordrhein-Westfalen offiziell eröffnet. Doch das innerhalb von 44 Monaten entstandene Bauwerk ist nicht nur in seinen Ausmaßen besonders: "Der Burgholztunnel wird zu den sichersten Tunneln in ganz Deutschland gehören", sagt Michael Heinze, stellvertretender Leiter des Landesbetriebs Straßenbau.
Für das 90 Millionen Euro-Bauwerk sei auf modernste Sicherheitstechnik zurückgegriffen worden, die teilweise ganz neu entwickelt worden sei, so Heinze. Anspruch der Experten: Jeder Störfall in den Röhren muss blitzschnell erkannt und genau geortet werden, Autofahrer müssen unmittelbar gewarnt werden können.
Für den "schlimmsten anzunehmenden Störfall, das Feuer", wie Heinze sagt, muss es außerdem möglichst optimale Flucht- und Rettungswege geben. In den beiden Röhren sind deshalb 200 Fluchtwegkennzeichnungen und 180 Brandnotleuchten als Wegweiser für den Notfall eingebaut worden.
Durch sechs Querverbindungen können Menschen von einer in die andere Röhre flüchten. Durch zwei der Verbindungen kann die Feuerwehr auch mit dem großen Löschwagen fahren. In den Boden eingelassene Lampen entlang der Fahrstrecke weisen Fußgängern zusätzlich den Weg.
21 riesige Deckenventilatoren sorgen in einem verqualmten Tunnel für Frischluft. Neben 26 Notrufzellen, in denen Autofahrer direkt und vom Lärm des fließenden Verkehrs geschützt die Feuerwehr alarmieren können, gibt es 32 Feuermeldeknöpfe und 64 Handfeuerlöscher.
Wer sie benutzt, löst Alarm und Kameras aus. Automatisch meldet auch ein spezielles Glasfaserkabel an der Tunneldecke Hitze, die sich punktgenau orten lässt. Damit die Elektrik bei einem Brand nicht sofort ausfällt, sind sämtliche sicherheitsrelevanten Leitungen und die Verteilerschränke aus hitzebeständigem Material.
Löschwasser für die Feuerwehr steht im gesamten Tunnelbereich und an den Öffnungen zur Verfügung. Damit jeder Störfall schnell erkannt werden kann, ist der Tunnel mit Sensoren ausgerüstet. Insgesamt neun Millionen Euro hat der Landesbetrieb allein in die Betriebstechnik gesteckt, zu der vor allem die Sicherheitsund die Signalanlage gehören.
Registriert das System Gefahr, schalten sich unmittelbar die entsprechenden der 84 Videokameras ein. Die Bilder laufen noch bei der Feuerwehr ein und sollen ab Sommer zu einer rund um die Uhr besetzten Tunnelleitzentrale in NRW gesendet werden.
Außerdem wird die entsprechende Röhre durch Ampeln, Warntexte und Schranken für den nachfolgenden Verkehr gesperrt. Autofahrer, die sich schon im Tunnel befinden, werden mit Durchsagen gewarnt. Bei einem Stromausfall springen automatisch Batterien ein.
Zwei Wochen lang sind Störfälle simuliert und Einsätze geübt worden. "Aus Sicht der Feuerwehr ist alles sehr positiv verlaufen", schließt Heinze.
24.03.06Von Boris Glatthaar

