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KREIS METTMANN

Wülfrath: Im Arztkittel in New York City
Der 24-jährige Wülfrather Tobias Piegeler arbeitete als Student in einem Krankenhaus am Central Park: "Eine tolle Erfahrung."
Wülfrath/New York. Der erste Eindruck von der Stadt, die niemals schläft? "Alles ist riesig, überdimensioniert und ein wenig einschüchternd!" Doch schon nach kurzer Zeit wird Tobias Piegeler zu einem waschechten New-York-Fan: "Eine interessante und offene Stadt, die mir mit jedem Tag besser gefallen hat." Einen Monat lang lebte und arbeitete der 24-jährige Wülfrather in der amerikanischen Metropole.

Der Grund für seinen USA-Aufenthalt: Ein Praktikum in einem New Yorker Krankenhaus im Rahmen seines Medizin-Studiums. Den Tipp, sich dort und nicht in einem deutschen Krankenhaus für sein ärztliches Praktikum zu bewerben, bekam Tobias Piegeler vom Betreuer seiner Doktorarbeit.

Und an der Idee fand er schnell Gefallen: "Ich war noch nie für eine längere Zeit im Ausland und wollte das mal ausprobieren." Außerdem seien die USA auch aus medizinischer Sicht ein interessanter Praktikums-Ort.

Als schließlich die Zusage aus New York kam, galt es, Anreise, Unterkunft und ein Visum zu organisieren. Und Anfang März ging es dann "mit einem mulmigen Gefühl" in den Flieger.

Einsatzort war das Mount Sinai Hospital, direkt am Central Park. Dort war Tobias Piegeler als "studentischer Mitarbeiter" in der Kardiologie beschäftigt. "Als Student ist man natürlich nicht für die Patienten verantwortlich, durfte aber auch eigene Untersuchungen durchführen."

So bekam der Wülfrather den New Yorker Klinikalltag hautnah mit und war - stilecht im Arztkittel gekleidet - auch Ansprechpartner für die Patienten. "Fachlich habe ich sehr viel gelernt", ist er sich sicher.

Aber auch vom American Way of Life konnte er in einem Monat einiges mitbekommen: "Man fühlt sich nicht mehr nur als Tourist, sondern gehört irgendwie dazu." Neben den New Yorker Sehenswürdigkeiten haben ihn dabei vor allem die professionelle Arbeitsweise und die freundliche Atmosphäre beeindruckt.

Und in Zeiten des Ärztestreiks ebenfalls eine wichtige Beobachtung: "Die Ärzte bekommen mehr Geld, arbeiten aber mindestens genauso viel wie in Deutschland."

Will er nach seinem Studium also möglicherweise in die USA abwandern? "Nein, das dann doch nicht", sagt Tobias Piegeler, "aber eine längere Zeit im Ausland zu arbeiten, wäre sicher attraktiv." Und: Nach New York zu gehen, war trotz der Kosten für Flug und Unterkunft die richtige Entscheidung, meint der Wülfrather rückblickend: "Eine tolle Erfahrung!"

18.04.06
Von Stephan Winter