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WUPPERTAL

Schiedsrichter-Skandal spielt in Wuppertal
Von "Krieger und die Kaiserin" bis "Das Experiment" diente Wuppertal bereits als Filmkulisse. Jetzt ist die Stadt Film-Tatort für den Liebeskrimi "Schiri im Abseits".
Wuppertal. Cineastische Kenner wissen es längst: Wuppertal ist als Location der Hit. "Aus dieser einen Stadt kann ich in meinem Film vier bis fünf kreieren!", begeistert sich Lutz Schebesta. Der Mann ist Regisseur und dreht zurzeit im Tal seinen ersten Kinofilm mit dem Titel "Schiri im Abseits".

Seit 14 Tagen arbeiten der Kölner und seine Crew im Tal, um den "Liebeskrimi, der sich mit dem Fußball-Wettskandal und dessen zentraler Figur Robert Hoyzer beschäftigt", zu realisieren. Erzählt wird die fiktive Story um den medial seit Januar 2005 bis ins letzte Detail ausgeschlachteten Sachverhalt, wie ein junger, attraktiver Schiedsrichter sich für viel Geld zu Spielmanipulationen hinreißen lässt.

"Wir spekulieren über Motive wie Lust auf Luxus und Imponiergehabe, die den Film-Schiri mit Namen Frank Weber bestechlich werden lassen." Die richtigen Orte für einzelne Szenen wie rauschende Feten, knochentrockene Schiedsrichterschulungen und private Momente zu finden, war "schwer die Auswahl interessanter Plätze ist groß". Im Kasten sind zum Beispiel bereits die Aufnahmen am und im Herder-Gymnasium.

Das altehrwürdige Gebäude anno 1872 mit seiner schneeweißen, Edel-Fassade wird unter anderem das Nobelhaus der wohlsituierten Jessica sein, die in "Schiri ..." Franks Freundin ist. Und weil die imposante Schule an der Luisenstraße nach Schebestas Meinung "Potenzial" hat, diente es gleich auch noch als Drehort für eine Party-Szene.

Spricht er von Wuppertal, gerät der Regisseur und bekennende Fußball-Fan unglücklicherweise von Absteiger 1.FC Köln, der in dieser Saison eine "echte Herausforderung" war regelrecht ins Schwärmen. Die Topographie gefällt, die Straßen sind prädestiniert für filmische Verfolgungsjagden. Und weil es "unzählige charmante" und "nicht schon tausendfach in anderen Filmen gesehene Ecken" gibt, haben der Kölner und sein im Tal lebender Produktionsleiter Ernst-Werner Quambusch unter anderem noch in der Universität, einem Bauernhof in Marscheid und dem Golfhotel Juliana gedreht.

"Am besten hat`s mir am Laurentiusplatz gefallen", macht der Regisseur Platz und Kirche eine Liebeserklärung. " Das ist wie in Italien. Fantastisch." Dass ihm das bergische Wetter mit unerwarteten Regenfällen zeitweilig einen Strich durch den minutiös genau geplanten Drehplan gemacht hat, ist inzwischen vergessen. Damit müsse man halt leben und den anhaltenden Sonnenschein der letzten Tage nutzte das Team, um manche Szene dann noch mal bei "bessereren Lichtverhältnissen" nachzudrehen.

Im Herbst soll "Schiri im Abseits" mit Claus Wilke, der Welt bekannt als charmanter Percy-Stuart-Darsteller und hier ein fieser Wettbürobesitzer nebst vielen jungen Nachwuchstalenten in die Kinos kommen. Talbewohner können dann mit rätseln, welche Filmszene sich tatsächlich wo auf einem handelsüblichen Stadtplan befindet.

Aber nicht nur, dass zwischen Elberfeld und Barmen der Löwenanteil des Erstlingswerks kreiert wurde Lutz Schebesta braucht spielfreudige Wuppertaler: Am 15. und 16. Mai werden Statisten für Szenen, die in zwei Fußballstadien Gestalt annehmen sollen, gesucht. Genaueres erfahren kameralustige Interessenten in den kommenden Tagen über die Film-Homepage: www.schiriimabseits.de

05.05.06
Von Valeska von Dolega
 
 
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