Das Vollplaybacktheater spielt "Die drei Fragezeichen und der Teufelsberg".
Wuppertal. Nein, die Herrschaften lassen keinen Zweifel aufkommen. "Fremder", steht da unmissverständlich auf dem Hinweisschild auf der Bühne, "wer hier mit Blitz fotografiert, wird gehängt". Rau sind sie, die Sitten im Wilden Westen, und genau dorthin führt an diesem Abend die Reise des Vollplaybacktheaters: "Die drei Fragezeichen und der Teufelsberg" gilt es auf die Bühne zu bringen, und bei der Umsetzung des Hörspiel-Klassikers zieht das Quintett aus Wuppertal abermals jedes Gag-Register.
Wie schon beim "Gespensterschloss" gibt es auch diesmal eine eigens ausgetüftelte Vorgeschichte, bevor Justus Jonas (Dr. Thomas), Peter Shaw (Käpt' n SupaKnut) und Bob Andrews (Britta Lemon) unter tosendem Beifall ihre Ermittlungen aufnehmen. Was folgt, sind Gags in Serie und geschickt platzierte Ausflüge in andere Hörspiel- und Filmgefilde, ohne die eigentliche Story um den ebenso finsteren wie verstorbenen Rächer El Diablo aus dem Blick zu verlieren.
Ein Denkmal setzte sich Ensemble-Mitglied Sven Blievernicht als Pamela Anderson, Darth Vader und Gollum in einer Person, während Käpt' n SupaKnut als Fidel Castro und David J. Becher als John Sinclair den Fragezeichen Gesellschaft leistete. Noch Fragen im Tal der Wehklagen?
Mit dem neuen Stück hat es das Vollplaybacktheater geschafft, die Fragezeichen auf 250 Stundenkilometer zu beschleunigen und die Gratwanderung zwischen Parodie und Hommage zu meistern. Auch im Bühnenbild und den Requisiten (von der Kerze mit Umklapp-Flamme bis hin zu wieder verwertbaren Schussopfer-Eingeweiden im Fleischwurst-Format) steckt Liebe zu kultivierter Unvernunft.
Das Publikum würdigt die Bezwingung des Teufelsbergs mit minutenlangem Beifall und der Vorfreude auf einen Rex-Auftritt Anfang Oktober. Schon jetzt sind sechs Termine der laufenden Tournee (nächste Gastspiele in der Nähe: 12. Mai im Stahlwerk Düsseldorf und am 13. Mai in der Kölner Live Music Hall) ausverkauft. El Diablo sei Dank.
Von Stefan Melneczuk

