Luftmessbericht nennt alarmierende Zahlen.
Düsseldorf. Ständig steigende Öl- und Gaspreise machen auch den Düsseldorfer Haushalten zu schaffen. Die weichen aus und heizen immer mehr mit Holz. Das aber, sagte gestern Umweltdezernentin Charlotte Nieß-Mache während der Sitzung des Umweltausschusses, führt auch zu einem Anstieg der Feinstaubbelastung in der Stadt.
Ein Holzofen verursacht so viel Feinstaub wie 3000 Gasetagenheizungen und es handelt sich nicht um ein Randproblem: Der Verkauf von Motorsägen ist 2005 bundesweit um 18 Prozent gestiegen. In Berlin, antwortete Nieß-Mache auf eine Anfrage der CDU-Fraktion, werde derzeit gar überlegt, das Heizen mit Holz zu verbieten.
So weit soll es in Düsseldorf wohl nicht kommen, aber die Umweltdezernentin fordert einen restriktiveren Umgang, so dass etwa nur einige Stunden am Tag Holz verfeuert werden dürfe. In der südlichen Innenstadt machen Feinstäube aus privaten Holzöfen etwa vier Prozent der gesamten Belastung aus.
Und hier liegt das Problem: Nach dem neuesten Luftmessbericht für 2005 wurde der erlaubte Feinstaub-Grenzwert in der Corneliusstraße vergangenes Jahr trotz der diversen Maßnahmen noch immer 62 Mal überschritten. Erlaubt sind jedoch nur 35 Überschreitungen. Auch in der Ludenberger Straße wurden die maximal erlaubten Überschreitungen nicht eingehalten.
Die Maßnahmen der Stadt können jedoch nur bedingt Abhilfe schaffen, denn die Hintergrundbelastung ist schon so hoch, dass die örtlichen Maßnahmen nicht ausreichen. Während die Grenzwerte beim Feinstaub sinken, steigen sie bei Stickstoffdioxid sogar noch an. Ab 2010 gilt ein EU-Grenzwert.
In allen Düsseldorfer Straßenschluchten nimmt die Belastung ständig zu, was laut Umweltamtsleiter Wolfgang Görtz an der besseren Katalysatortechnik liegt. Abhilfe bringen nur neue Systeme die es für Pkw noch gar nicht auf dem Markt gibt.
"Wir müssen in den nächsten Jahren mit den Überschreitungen der Grenzwerte leben", sagte Görtz. Eine gute Nachricht: Beim Krebs erregenden Benzol werden die Grenzwerte seit Jahren eingehalten und sinken weiterhin. Die aktuellen Werte für die Luftqualität sind im Internet zu finden unter www.duesseldorf.de/umweltamt/luft/messwerte.shtml
26.05.06Von Robert Maus


