Der Schwanenmarkt ist von 1999 bis 2002 grundlegend modernisiert und erweitert worden. Jetzt ist er ein Magnet.
Walter Brune trennt sich im Paket von der Kö-Galerie, dem Rhein-Ruhr-Zentrum, der Opern-Passage und dem City-Center. Die Mitarbeiter werden übernommen.
Krefeld. Der Schwanenmarkt ist verkauft. Nachdem Centermanager Norbert Beninde den Oberbürgermeister und die Mitarbeiter über diesen Schritt in Kenntnis gesetzt hatte, informierte er als nächstes die WZ. Die hatte bereits vor einiger Zeit den richtigen Riecher bewiesen und war den Verkaufsabsichten des Eigentümers Walter Brune dicht auf der Spur.
"Die Gespräche mit den damaligen Interessenten sind zwar im Sand verlaufen." Neue ernsthafte Anfragen ließen aber nicht lange auf sich warten. Bereits vor ein paar Monaten hatte Brune seine Absicht kundgetan, einige seiner Objekte verkaufen zu wollen. Als Grund wurde sein Alter genannt.
Der Düsseldorfer Architekt war am 14. Februar 80 Jahre alt geworden und wolle bei einem täglichen Arbeitspensum von zwölf Stunden künftig etwas kürzer treten, hieß es. Ausschlaggebend aber war laut Branchenkreisen letztendlich das Interesse vor allem ausländischer Investoren an dem Standort Deutschland wie auch die günstigen Preise, die derzeit bei Verkäufen zu erzielen seien.
Der Schwanenmarkt in Krefeld wechselt jetzt im Paket mit der Kö-Galerie in Düsseldorf, dem Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim an der Ruhr sowie der Opern-Passage in Köln im Herbst den Besitzer. "Die Verträge sind schon unterschrieben, bis zur Besitzübergabe vergehen aber noch ein paar Wochen", so Beninde.
Für wie viel Euro die beiden neuen Investoren, der Projektentwickler ECE und ein internationales Bankhaus, das Paket letztendlich erworben haben, wird nicht verraten. Branchenexperten schätzen jedoch, dass der Schwanenmarkt 60 Millionen Euro und die Kö-Galerie 310 Millionen Euro erbracht haben könnten. Insgesamt wird für alle vier Objekte ein Betrag von 720 Millionen Euro angesetzt.
Während die Kö-Galerie in die Jahre gekommen ist und trotz Lieblingsobjekt von Brune von Grund auf renovierungsbedürftig sein soll, laufen vor allem das Rhein-Ruhr-Zentrum und der Schwanenmarkt laut Geschäftsführung sehr gut. Beninde, der seit 2001 die Geschäftsführung in Krefeld inne hat, nimmt in diesem Quartett eine Sonderstellung ein: "Ich konnte bisher im Gegensatz zu den anderen Centern vieles alleine entscheiden."
Sein Gespür für die Bedürfnisse der Krefelder und hiesigen Gegebenheiten hat das City-Center an der Hochstraße zu einer der wenigen florierenden Passagen mit einem hochwertigen bunten Branchenmix für Jung und Alt werden lassen.
Viele Jahre beteiligte sich der Schwanenmarkt am Bühnenprogramm der "Größten Straßenmodenschau der Welt". Seit Weggang des Bekleidungshauses Boecker fehlt dem Schwanenmarkt ein weiterer Bühnenund damit auch Finanzpartner. "Die Veranstaltungsreihe ,Krefelder Samstage` ist für dieses Jahr gesichert", betont Beninde.
Was über diesen Zeitrahmen hinaus geht, werde mit den neuen Investoren erst noch besprochen werden müssen ebenso wie die künftige Gesellschaftsform. Für die Kunden ändert sich aber nichts, ebenso wenig für die rund 20 Mitarbeiter: "Wir haben erreicht, dass alle übernommen werden."
22.07.06Von Yvonne Brandt

