Familie Schafhausen züchtet auf Gut Gross-Poth seit über zehn Jahren Lewitzer-Ponys eine Pferderasse, auf die Verlass ist.
Mettmann. "Lewitzer sind brav und nochmals brav, dann kommt lange nichts und zum Schluss sind sie wieder brav". Sabine Schafhausen kommt ins Schwärmen, wenn es um die Rassebeschreibung der Lewitzer-Ponys geht. Seit zwölf Jahren züchten die Schafhausens auf Gut Gross-Poth im Diepensiepen diese Pferderasse, die ursprünglich vom Gestüt Lewitz in Mecklenburg-Vorpommern stammen. Charakterlich einwandfrei, gute Einstiegspferde mit Lob für die kleinen Bunten sparen die Züchter nicht.
"Verlasspferde, keinesfalls mit Schlaftabletten zu verwechseln", fügt Sabine Schafhausen noch hinzu. Auch am Wochenende konnten sich die Züchter auf ihren Lewitzer-Nachwuchs verlassen. Beim offiziellen Brenntermin und der Stuteneintragung des Zuchtverbandes für Deutsche Pferde gingen allein vier Fohlen aus der Lewitzer- und Pintozucht der Schafhausens an den Start. Hinzu kamen noch sechs fremde Fohlen und mehrere Stuten, die zur Eintragung in das Zuchtbuch vorgestellt wurden. Dementsprechend groß war der Andrang am Diepensiepen, ein Pferdehänger reihte sich an den nächsten.
Die eigentlichen Hauptakteure waren allerdings durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Ruhig und gelassen folgten die Fohlen ihrer Mutter, um sich bei Zuchtleiter Hans Britze ins rechte Licht zu rücken. "Er will das Fohlen im Trab sehen", gibt Sabine Schafhausen einen Einblick in das Regelwerk des Zuchtverbandes. Pony "GP Shahla" schlug sich tapfer, auch wenn Mutter "Molenhofs Debby" zu früher Stunde noch nicht so recht auf schnellen Trab eingestellt war. Für den Auftritt des Nachwuchses gab es dennoch beste Beurteilungen, die später im Brennprotokoll zu finden sind.
Gebrannt werden die Fohlen auf dem linken Hinterschenkel. "Es sieht schlimmer aus als es ist", so die Züchterin. Zur Durchführung der Brenntermine macht der Zuchtverband alljährlich eine so genannte "Brennreise", bei der schon einige Kilometer zusammen kommen. Gleichzeitig können bei dieser Gelegenheit Stuten in das Hauptzuchtbuch eingetragen werden. Dafür muss eine vollständige Abstammung der Tiere nachgewiesen werden. Der Zuchtleiter achtet außerdem auf das Verhalten und den Körperbau der Pferde.
"Es gehört schon eine ganze Menge Idealismus dazu", zieht Sabine Schafhausen rückblickend Bilanz zu mehr als einem Jahrzehnt Pferdezucht.
Für die Besucher des Brenntermins gab es noch eine besondere Attraktion. Seit einiger Zeit engagieren sich die Schafhausens in einem Projekt zur Rasseerhaltung der Monchinos einer alten nordspanischen Pferderasse, die vom Aussterben bedroht ist. Weltweit gibt es nur noch etwa 100 Pferde dieser Rasse. Drei Stuten und ein Hengst stehen seit kurzem auf dem Hof am Diepensiepen, um für den rasseerhaltenden Nachwuchs zu sorgen.
Damit ein Pferd als Rassepferd anerkannt ist, benötigt es Papiere, die belegen, dass es für die Zucht geeignet ist. Die stellt der Zuchtverband für deutsche Pferde aus (ZfdP).
Der Zuchtverband wurde 1974 gegründet und ist die einzige Züchtervereinigung, die bundesweit anerkannt ist und nahezu alle Rassen betreut, die in Deutschland gezüchtet werden.
Am Anfang eines Rassepferdelebens steht ein Brenntermin, ein Termin, bei dem ein Fohlen begutachtet und mit einem Brandzeichen versehen werden. Dieses weist nach, dass das Jungtier bestimmte Rassemerkmale besitzt.
Später im Pferdeleben erfolgt eine Eintragung ins Zuchtbuch, wenn der Züchter mit einem Tier weiterzüchten möchte. Dazu werden junge Stuten und Hengste bewertet und zwar nach "Interieur" und "Exterieur", nach Wesen und Aussehen beurteilt.
>Der ZfdP bietet verschiedene Termine an, zu denen sich die Züchter, die Mitglied im Verband sind, mit ihren Tieren einfinden können zuletzt auf Gut Gross-Poth in Mettmann.
Von Sabine Maguire

