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DÜSSELDORF

Wer ist echter Asta-Chef? Labisch soll entscheiden
Einen Eklat gab es bei der Wahl des neuen Asta-Vorstandes. Zwei Studenten behaupten, rechtmäßig im Amt zu sein.
Düsseldorf. Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Nach diesem Motto befehden sich derzeit die Nachwuchspolitiker an der Heinrich-Heine-Universität. Und wie bei den Profis werden dabei alle Register gezogen. Eine Affäre und ihre Parallelen zur großen Politik.

  • Die Wahl. Angefangen hat alles wie im echten Polit-Leben mit einem Urnengang, der Wahl zum Studierendenparlament im Juli. Stärkste Gruppierung wurde die Juso-Hochschulgruppe mit fünf von 17 Sitzen. In den Wochen danach zeichnete sich ein Bündnis der Jusos mit der Liberalen Hochschulgruppe (LHG/drei Sitze) ab.

    Beide zusammen haben zwar keine Mehrheit, doch der konservative RCDS (drei Sitze) tolerierte die Verbindung, um dem Marxistischen Studierenden Bund (MSB) eins auszuwischen. Jene Gruppierung war seit 1999 an jedem Asta beteiligt für Uni-Verhältnisse eine halbe Ewigkeit.

  • Der Eklat. Montagabend sollte das Studierendenparlament (SP) zur Tat schreiten und einen neuen Asta-Vorstand wählen. Doch der (noch) amtierende Asta-Vorsitzende (gehört zum MSB) erklärte die Runde für beschlussunfähig. Einladungen seien zu spät verschickt, notwendige Aushänge versäumt worden.

    Das freilich focht den amtierenden SP-Präsidenten (ein Juso) nicht an. Ganz im Stile des Düsseldorfer Oberbürgermeisters soll er gesagt haben: "Das ist mir egal, ich bin SP-Präsident und ich werde die Sitzung leiten geht doch meinetwegen klagen." Woraufhin fünf Parlamentarier unter Protest den Saal verließen und die restlichen den neuen Vorstand wählten.

  • Die Sieger sind nun damit beschäftigt, ihre Macht zu zementieren. In der Nacht zu Dienstag übernachteten die Recken in der Asta-Zentrale an der Uni, um den befürchteten Schwund von Daten und Akten zu verhindern. Dass die auf Nimmerwiedersehen verlustig gehen können, wenn abgewählte Machthaber ihren Nachfolgern verbrannte Erde hinterlassen wollen, hat man ja 1998 im Kanzleramt gesehen. Leicht übermüdet erklärte die Truppe gestern ihren Standpunkt: Alles sei fristund formgerecht gelaufen.

  • Die Besiegten wollen ihre Niederlage nicht akzeptieren. Wie weiland Gerhard Schröder weigert sich der bisherige Asta-Chef Daems, die neuen Machthaber anzuerkennen. Da er die Sitzung für ungültig erklärt habe, sei die Wahl ebenfalls ungültig und er nach wie vor Asta-Vorsitzender. Zudem wird verbal kräftig ausgeteilt, von einem "Putsch" ist die Rede und von "Rechtsbruch".

  • Der Schiedsrichter in Person von Alfons Labisch soll nun klären, wer rechtmäßiger Vorsitzender ist. Denn laut Satzung hat der Rektor die Rechtsaufsicht über die Verfasste Studierendenschaft inne. Notfalls droht Daems allerdings schon mal an, "bis vor das Verwaltungsgericht zu gehen". Fortsetzung folgt. Wie im wirklichen Politiker-Leben . . .

    16.08.06
    Von Rene Schleucher
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