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WUPPERTAL

Sorge um ein Vorzeigeprojekt: In die gut 30 Jahre alte Siedlung am Sternenberg in Wichlinghausen will die LEG in den kommenden zehn Jahren rund fünf Millionen Euro investieren, um den Standort aufzuwerten. Ein Haus wird bereits saniert. Wie es bei einem Verkauf der LEG mit diesem Vorhaben weitergeht, ist offen. Foto: Andreas Fischer

Mehr als 2000 Unterschriften gegen den Verkauf der LEG

Die Diskussion um eine Auflösung der Landesentwicklungsgesellschaft sorgt in Wuppertal für Widerstand. Der Umbau am Sternenberg geht weiter - vorerst.
Wuppertal. Sicherheit sieht anders aus. Mehr als 4000 Wuppertaler fragen sich, wie es mit der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) als ihrem Vermieter weitergeht. Ein Verkauf der LEG, wie ihn die Landesregierung im Rahmen einer "Gesamtlösung" ins Auge fasst, beträfe rund 1100 Wohnungen im Stadtgebiet. Dagegen regt sich Widerstand.

Beim Mieterverein Wuppertal kamen bislang mehr als 2000 Unterschriften gegen einen LEG-Verkauf zusammen. Mit Blick auf die aktuellen Pläne für den Verkauf von landesweit 100 000 LEG-Wohnungen (die WZ berichtete gestern) zeigt sich auch der 1. Vorsitzende des Wuppertaler Mietervereins, Werner Foltin, besorgt: Mit ihrem Engagement bei der Sanierung am Sternenberg habe die LEG eben erst unterstrichen, dass ihr viel an der Aufwertung ihrer größten Siedlung in Wuppertal liege.

Bei einer Zerschlagung der LEG sei zu befürchten, dass Sanierungen dieser Art nicht weitergeführt werden. "Dabei müssen wir alles daran setzen, dass keine neuen sozialen Brennpunkte entstehen." Der Verkauf solcher Wohnungen an mehrere Investoren begünstige die "Ghettobildung".

Wie schon vor Jahren in der Diskussion um den Verkauf der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) beziehe man auch jetzt klar Stellung, sagt Foltin: "Die Resonanz bei unseren Unterschriftenaktionen ist überdurchschnittlich gut." Ende Oktober werde man über weitere Schritte beraten - und das Gespräch mit Mietern in den betroffenen Siedlungen suchen.

Die neuesten Nachrichten aus Düsseldorf wollte Andreas Vondran, als Remscheider LEG-Geschäftsführer auch für die Wohnungen in Wuppertal zuständig, gestern nicht weiter kommentieren. Der bereits begonnene Umbau der Siedlung am Sternenberg gehe erst einmal wie gehabt weiter, betonte Vondran.

So wurde in der LEG-Siedlung bereits ein Bewohnertreff eingerichtet, der das Nachbarschaftsgefühl stärken soll. Auch Wuppertals erste Wohngemeinschaft für Demenzkranke ging im Rahmen des Umbaus schon an den Start. Jenseits dessen sollen nicht nur Wohnungen, sondern auch die Kinder- und Jugendarbeit vor Ort auf Vordermann gebracht werden. Ob diese Projekte auch nach einem LEG-Verkauf eine Zukunft haben, steht in den Sternen über Wichlinghausen.

17.10.06
Von Stefan Melneczuk
 
 
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