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30. November 1999 - 00:00 Uhr
Eiskunstlauf: Mattias Hechler nimmt an Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften teil
von Manuel Kölker
Matthias Hechler vom Eissportverein Krefeld nimmt ab morgen an den Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften im Eiskunstlauf teil.

Krefeld. Kalt ist es in der Werner Rittberger-Halle. Doch das nimmt Matthias Hechler (EV Krefeld) gerne in Kauf. Der 14-Jährige verbringt im Moment nahezu jede freie Minute auf dem Eis, um sich den letzten Feinschliff zu holen. Morgen begibt er sich nämlich auf den Weg nach Oberstdorf, wo die Deutschen Nachwuchs-Meistertschaften im Eiskunstlauf stattfinden. Der Krefelder startet in der Kategorie Herren B.

"Wo er landen wird, wissen wir nicht. Die Konkurrenz aus Berlin und Bayern ist uns nicht bekannt, dürfte aber wie immer sehr gut sein", sagt Svenja Schiffel. Die 22-Jährige arbeitet seit drei Jahren mit ihrem Schützling zusammen. Seit seinem dritten Lebensjahr läuft Matthias auf dem Eis, schon zwei Jahre später ging es Richtung Leistungssport weiter. Seine Schwester Frederike hatte ihn zu dem Sport animiert.

Den hat auch seine Trainerin lange betrieben. Doch nach einem vierten Platz bei der Nachwuchsmeisterschaft un der Vizelandesmeisterschaft wurde die junge Karriere jäh durch einen Fußbruch unterbrochen. "Danach habe ich den Anschluss nicht mehr geschafft", sagt sie. Was lag da näher, als Trainerin die Erfahrungen weiterzugeben. "Ich habe zehn Jahre bei Ina Bauer trainiert. Ihren Stil und ihr Schema versuche ich nun, im mein Programm miteinzubringen", sagt sie. Einen Trainerschein hat sie ebenfalls absolviert.

 

Zehnmal in der Woche steht Matthias auf dem Eis. Viermal erfährt er das Training vom Leistungsstützpunkt Krefeld, sechs Einheiten hat er zusammen mit Schiffel. „Da bleibt natürlich wenig Zeit für Freunde und Hobbys. Aber wenn man das richtig plant, klappt das schon“, sagt er. „Manchmal“, so die Trainerin schmunzelnd, „funktioniert diese Planung aber nicht ganz. Matthias steht sonntags hin und wieder mal etwas neben der Spur. Sie weiß dann sofort, was Sache ist: „Computer spielen, die ganze Nacht durch.“ Doch je näher die Meisterschaft heranrückt, desto weniger kommt Matthias zu seinem Hobby.

 

Das Programm muss in diesen Tagen immer und immer wieder durchgetanzt werden, damit letzte Unstimmigkeiten beseitigt werden können. Zwar funktoniert der Doppel-Axel seit zwei Wochen, muss aber noch weiter perfektioniert werden.

Im Kurzprogramm, das am Freitag ansteht, wird Matthias im überwiegend schwarzen Dress zur Musik des Kinofilms „Fluch der Karibik“ antreten. „Hier wird es etwas epischer, dramatischer“, sagt er. In der Kür passt er sich dann dem flotten Sound aus dem Zeichentrickfilm „Madagaskar“ an. Wer bei den beiden Prüfungen nervöser sein wird, steht wohl außer Frage. „Ich kann das selten verbergen“, sagt Schiffel. Matthias dagegen ist die Ruhe selbst. Angefeurt wird er am Wochenende leider nur von seiner Mutter Elke. Freunde, Vater und Schwester müssen zur Schule bzw. arbeiten.

Ob er irgendwann den Sprung in die nationale, bzw. internationale Spitze schaffen wird, weiß er noch nicht. „Da liegen Welten zwischen und ich stehe ganz am Anfang“, sagt der Schüler der Marienschule. Die Trainerin denkt da schon weiter: „Diese Meisterschaft ist ein erstes Etappenziel. Wenn wir weiter ehrgeizig arbeiten, können wir positiv in die Zukunft schauen.“

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