Kempen. Der Poker zwischen Kreis Viersen und Stadt Kempen in Sachen Literaturversorgung geht in die nächste Runde. Der Kreis hatte signalisiert, sich aus der Bücher-Versorgung herauszuziehen.
Was für die Thomasstadt als Sitz der Kreis- und Stadt-Bibliothek bedeuten würde, dass Kempen diese Bücherei in zweiten Stock des Kulturforums Franziskanerkloster selbst übernehmen müsste.
Die Stadt hatte im Gegenzug erklärt, dass sie nur eine Bücherei in abgespeckter Form übernehmen wolle/könne. Hintergrund: Keiner will als Kultur-Knapser dastehen, und der kostenintensive Apparat Bücherei frisst in Zeiten knappen Geldes einfach zu viel Finanzkraft weg.
Kreis-Kulturdezernent Professor Leo Peters erläuterte am Donnerstagabend im Kreis-Kultur-Ausschuss, dass mit Kempen noch keine Einigung erzielt sei und man Anfang März eine Darstellung vom Kempener Kultur-Dezernat erwarte.
Mit Blick auf die anderen Kreis-Kommunen – vor allem für die Grenzgemeinden Schwalmtal, Niederkrüchten und Brüggen relevant – sehe Peters die Literaturversorgung auf einem guten Wege: Die Gemeinden würden sich selbst mit Literatur versorgen, ein Mangel müsse nicht befürchtet werden.
Für den Bücherbus, der ebenfalls in Regie des Kreises vom Standort Kempen aus kleinere Orte wie St. Hubert oder die Grenzgemeinden versorgt, kündigte Peters das Auslaufen Ende 2008 an. Ursprünglich war von 2007 die Rede – Galgenfrist also für die rollende Bibliothek.
Grüne: Kein Kreis-Archiv in der Burg
Weitere Themen im Kreis-Kultur-Ausschuss: Die Grünen brachten mit ihrem Antrag bezüglich Burg/Kreis-Archiv einen Stein ins Rollen. Die Burg sei ein denkbar ungünstiger Standort für einen modernen Archivbetrieb und erzeuge hohe Instandhaltungskosten, so die Fraktionsspitze Friedhelm Werner und Marianne Lipp. Der Kreis möge also prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die Burg verkauft werden könne.
Volkshochschule: Kreis „verschenkt“ 140 000 Euro
Defizite sahen die Grünen auch bei der Volkshochschule. Im Gegensatz zu anderen Volkshochschulen am Niederrhein rufe die Kreis Viersener VHS die ihr zustehenden Landesmittel nicht vollständig ab, weil derzeit eine hauptamtliche Stelle nicht besetzt sei.
Peters habe angekündigt, auch die nächste freiwerdende Stelle nicht zu besetzen. „Damit würde der Kreis unseren Gemeinden jährlich 140 000 Euro entziehen“, rechnete Werner vor.




