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LokalesKreis ViersenWillich / Tönisvorst
27. Juli 2007 - 00:00 Uhr
Ganz verliebt in Lamas
von Bianca Treffer
Auf den Wiesen des Schautenhofs in Vorst leben Lamas und Alpakas.
 
 

Vorst. Bequemer geht es nicht. Tenny liegt auf der Wiese und frisst dabei genüsslich das Gras, das in Kopfreichweite wächst. Sue, Pina und ihrem fünf Wochen alten Nachwuchs Paula schmeckt es nicht weniger gut, aber die drei haben sich zur normalen Futteraufnahme im Stehen entschlossen. „Tenny mag es bequem. Sie sonnt sich auch gern in den Sandkuhlen auf der Koppel. Sie liegt dann dort, alle viere von sich gestreckt und lässt es sich gut gehen“, beschreibt Astrid Wölfel die Vorlieben ihres Tieres. Auf dem Schautenhof in Vorst leben aber keine Kühe, Schweine, Schafe oder Pferde, sondern Lamas und Alpakas.

Klauenschneiden und Scheren haben die Besitzer gelernt

Wölfel und ihr Lebensgefährte Rudolf Bendlage haben sich vor Jahren in diese Tiere verliebt, die zu den so genannten Kameliden gehören. „Wir hatten in der Zeitung einen Bericht über einen Hobbyzüchter in Wesel gelesen. Da wir kurz darauf in die Schweiz reisten, wo es viele Lama- und Alpakazüchter gibt, haben wir uns die Tiere angesehen“, erinnert sich Wölfel.

Es war bei den beiden Vorstern Liebe auf den ersten Blick. Doch bevor die Tiere auf dem Schautenhof einziehen sollten, verging noch ein Jahr. Wölfel und Bendlage besorgten sich Fachliteratur und besuchten Seminare für die Haltung dieser Tiere. Beide lernten auch das Klauenschneiden und Scheren.

„Wenn man sie halten will, muss man es schon richtig machen“, betont Bendlage, während er auf die Koppel geht und zum Wasserschlauch greift. Sowohl die Lamas und Alpakas stehen bei dem warmen Wetter auf Abkühlung. Kaum sprudelt das Wasser aus dem Schlauch, kommen sie angelaufen und lassen sich von allen Seiten erfrischen. Nur Paula ist die Sache noch nicht so ganz geheuer. Der Nachwuchs schaut neugierig zu, kann sich aber noch nicht entscheiden, sich ebenfalls duschen zu lassen.

Von der Nachbarwiese, wo Lamahengst Carlos und die beiden männlichen Alpakatiere Paul und Pedro rumlaufen, fallen am Zaun von den drei Herren begehrliche Blicke auf den Duschspaß. Während Pina und Paul aus dem Frankfurter Zoo stammen und Sue und Pedro aus einem privaten Tierpark, sind die beiden Lamas echte Tiroler.

„Als wir im Urlaub in Südtirol waren, hatten wir schlechtes Wetter. Wir haben ein bisschen im Notebook gesurft und einen Züchter in Bozen gefunden“, erzählt Wölfel. Beim Anblick der rund 100 Tiere war es um Wölfel und Bendlage geschehen. „Ich habe nur zu meinen Mann gesagt, dass wird ein teurer Urlaub“, schmunzelt die Vorsterin.

Nachdem die sechs Tiere auf den Wiesen mit dem großen offenen Stall vor rund drei Jahren eingezogen sind, setzen die beiden Kamelidenliebhaber auf tierischen Nachwuchs. Nachdem es bei Alpakamädchen Pina bereits geklappt hat, hofft man jetzt, dass auch Tenny im September ein gesundes Lama bekommt.

Lamas und Alpakas

Lamas stammen ursprünglich aus Südamerika.

Spucken Dass Lamas einfach auf Menschen spucken ist ein Trugschluss. Sie benutzen das Spucken untereinander in Sachen Abwehr, Futterneid und bei Rangkämpfen.

Die Tiere Lamas und Alpakas können bis zu 25 Jahre alt werden. Ihre Ernährung besteht aus Gras, Heu und Mineralien. Trächtige Stuten erhalten zudem eine Art Müsli. Sie tragen ein Jahr.

Pflege Das Fell der Tiere muss regelmäßig gestriegelt werden. Dazu kommt das Scheren. Die Tiere werden nicht geritten, eignen sich aber als Träger. Es gibt spezielle Packsättel. Beide Tierarten stammen ursprünglich aus den Anden in Südamerika.

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