Düsseldorf. Hektisch kramt die Schülerin in ihrer pinkfarbenen Tasche. Man meint die Perlen des Angstschweißes jeden Moment auf ihrer Stirn sehen zu können. Sie ist umringt von Kontrolleuren der Rheinbahn. „Ihren Fahrausweis bitte!“ Diesen Spruch hat sie zuvor gehört.
Alles kramen nutzt am Ende nichts. „Ich habe mein Schokoticket nicht dabei.“ Zahlen muss die Schülerin aber nicht. „Sie hat jetzt 14 Tage Zeit, ihr Ticket an jeder Rheinbahn-Vorverkaufsstelle vorzuzeigen“, erklärt der Kontrolleur.
Das junge Mädchen ist nur ein Fall unter vielen an diesem Morgen. Die Rheinbahn hat im U-Bahnhof Oststraße eine Schwerpunktkontrolle angesetzt. Und was für eine! 43 Fahrkartenkontrolleure stehen auf dem Bahnsteig, es sieht aus wie beim Gedränge vor einem Fortuna-Spiel oder an Karneval. Innerhalb von maximal 60 Sekunden werden alle Fahrgäste in den einfahrenden Zügen überprüft. Deshalb die große Zahl der Mitarbeiter. Jeder der Kontrolleure kümmert sich maximal um zwei Fahrgäste.
„Schwarzfahrerquote“ wird auf zwei Prozent geschätzt
„Wir schätzen, dass zwei Prozent unserer Fahrgäste ohne gültiges Ticket unterwegs sind“, sagt Rheinbahnsprecher Georg Schumacher. Bei knapp 210 Millionen Passagieren erzielt die Rheinbahn Einnahmen aus Ticketverkäufen von 136 Millionen Euro. Mindestens 2,8 Millionen Euro entgehen dem Verkehrsunternehmen also an Einnahmen durch die Schwarzfahrten. „Nur durch den Kontrolldruck können wir verhindern, dass noch mehr Leute ohne gütligen Fahrausweis unterwegs sind“, sagt Schumacher. Die Schwerpunktkontrollen sind seit diesem Jahr ein neues Mittel. Ein effektives.
7800 Passagiere werden am Morgen kontrolliert
7800 Fahrgäste haben die Kontrolleure innerhalb einer Stunde überprüft. 107 werden ohne gültiges Ticket erwischt und müssen das „erhöhte Beförderungsentgelt“ von 40 Euro bezahlen. Darunter sind sechs Passagiere, die ein Neun-Uhr-Ticket besitzen, aber schon vor neun Uhr Bahn gefahren sind. Die Schwerpunktkontrolle war deswegen angesetzt worden.
„Es ist ein bisschen überfallartig, was die hier machen“, findet Vania Antunis, die das Spektakel beim Warten auf ihre Bahn beobachtet. „Aber ich habe nichts dagegen. Es ist gut, dass kontrolliert wird, Schwarzfahrer soll man erwischen.“ Weniger gut gelaunt sind die Erwischten selbst. „Ich habe doch ein Ticket gekauft. Ich fühle mich unschuldig“, sagt eine Schülerin aus Mönchengladbach. „Im Bahnhof Rheydt war der Entwerter kaputt, was soll ich machen?“, fragt sie. 40 Euro bezahlen, lautet die Antwort des Kontrolleurs.
Für die Sauberkeit
Kosten Die Rheinbahn investiert jedes Jahr fünf Millionen Euro in die Sauberkeit.
Kameras In zehn Bussen sind Kameras installiert. Häufen sich auf einer Linie Probleme (Grafitti; Vandalismus), kommen sie dort zum Einsatz.






