Wuppertal. Herr Anders, normalerweise treten Sie in Moskau, Paris oder Istanbul auf. Was führt Sie jetzt nach Wuppertal?
ThomasAnders: Nette Menschen. Und ganz einfach mein Kirchenkonzert am 4. Dezember. Egal wo auf der Welt: Es macht mir immer Spaß, aufzutreten und Musik zu machen.
Ihr erster Auftritt in Wuppertal?
Anders: Nein, ich war schon einige Male in der Stadt, aber das ist lange her. In der Zeit vor Modern Talking bin ich, glaub’ ich, mal als Schlagersänger in einer Wuppertaler Disco aufgetreten. Da kann ich mich aber kaum dran erinnern, das war vor gefühlten 1000 Jahren. Die Schwebebahn – das fällt mir noch ein zu Wuppertal, aber gefahren bin ich damit noch nicht.
Dann wird’s aber höchste Zeit...
Anders: Naja, vielleicht bleibt vor dem Konzert ein bisschen Zeit für einen Stadtbummel... Ich will auch mal über den Weihnachtsmarkt gehen, ein wenig in weihnachtliche Stimmung kommen.
Was erwartet die Zuhörer denn beim Konzert in der Elberfelder Friedhofskirche?
Anders: Schön wird’s. Und besinnlich. Wir haben ein weihnachtliches Programm mit deutschen und amerikanischen Songs vorbereitet. Ich fänd’s toll, wenn die Leute danach sagen würden: „Ab jetzt ist für mich Advent und Weihnachten.“ Wenn schon im September überall Lebkuchen im Supermarkt liegt, ist man ja normalerweise total abgestumpft und hektisch und hofft, dass endlich alles vorbei ist und der 24.kommt. Das Konzert soll genau anders sein.
Musikalisch ist es aber durchaus ein weiter Weg von „Brother Louie“ zu „Stille Nacht, heilige Nacht“…
Anders(lacht): Es ist alles Musik. Ich will ja auch nicht der neue Weihnachtssänger werden, aber ich hatte jetzt einfach Lust dazu. Vor acht Jahren habe ich schon mal ein Weihnachtskonzert in Koblenz gegeben: Das kam unglaublich gut an und die Leute haben mich immer wieder darauf angesprochen. Ein Konzertveranstalter aus Köln hat mich dann gefragt, ob ich mir eine Weihnachtstour vorstellen kann, und ganz schnell hatten wir zehn Konzerte geplant.
Sie spielen unplugged und ohne Disco-Sound. Muss man das machen, um sein altes Image loszuwerden und nicht mehr mit Modern Talking in Verbindung gebracht zu werden?
Anders: Ich will gerne mit Modern Talking in Verbindung gebracht werden. Viele mögen die Songs, sie sind Teil meines Lebens – und ohne Modern Talking würde ich jetzt sicher auch nicht in der Friedhofskirche stehen. Aber ich will mich natürlich ausprobieren, hab’ ein Jazz- und Orchesteralbum gemacht und will eben zeigen, dass ich mehr kann als immer „Brother Louie“ und „Cheri cheri lady“ zu singen.
Per Casting haben Sie jetzt eine Gesangspartnerin für Ihr Konzert gesucht. Geben Sie’s zu: Ihnen fehlt doch ein bisschen Dieter Bohlen an Ihrer Seite.
Anders(lacht): Nein, ich will jetzt jemanden, der singen kann. Sonst wär’s ja wie vorher, da hätte ich auch jemanden von der Straße nehmen können. Aber im Ernst: Das Duett mit dem jungen Mädchen aus dem Casting wird sicher sehr schön werden.
Dieter Bohlen hat ja jetzt auch mit Mark Medlock wieder einen neuen Duettpartner gefunden. Verfolgen Sie das oder lässt Sie das kalt?
Anders: Punkt Eins lässt es mich kalt. Punkt Zwei kriegt man es aber natürlich immer mit, wenn man das Showbusiness nur ein bisschen verfolgt. Es ist mir aber völlig egal, was er macht. Wir hatten unsere Zeit. Der Bohlen hat jetzt seinen Gesangspartner und ich mache meine Weihnachtskonzerte.
Als alter Fan: Gibt’s denn beim Konzert trotzdem wenigstens einen der alten Modern-Talking-Hits?
Anders: Das ist die große Frage. Ich könnte jetzt sagen: „It’s for me to know and for you to find out“. Es müsste ja auch in den Rahmen passen, aber die Antwort gibt es dann beim Konzert.
Können Sie sich denn in weiter Ferne eine Neuauflage von Modern Talking vorstellen?
Anders: Nein. Ausgeschlossen.
Aber wenn, gibt’s das Comeback-Konzert in Wuppertal, oder?
Anders(lacht): Wenn, dann rufe ich Sie als erstes an.
Herr Anders, vielen Dank für das Gespräch



