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LokalesKreis ViersenKempen / Grefrath / Nettetal
16. Dezember 2007 - 00:00 Uhr
Kunstprojekt: Anderer Blick auf die Natur
von Sonja Bernecker
Mit den Skulpturen der Gruppe Salix soll der Radweg von Süchteln nach Grefrath zum Gesamtkunstwerk werden.
 
 


Oedt. Kann eine Naturlandschaft attraktiver werden, indem man Kunstwerke aufstellt? Das Landesministerium für Umwelt- und Naturschutz ist davon überzeugt und hat einen Wettbewerb ausgelobt, bei dem die Inszenierung der Niers-Niederung im Naturpark Schwalm-Nette mit dem zweiten Preis ausgezeichnet wurde.

„Das soll ein Mahnmal sein, sich pfleglich zu verhalten.“

Wilhelm Schiefer, Künstler

„Das Projekt stärkt die Identität der Region und macht neugierig“, sagte Landrat Peter Ottmann, Verbandsvorsteher des Naturparks, bei der Präsentation der Kunstwerke am Samstagmorgen.

„Der andere Blick“ heißt die Inszenierung der fünfköpfigen Künstlergruppe Salix, die den Niers-Radwanderweg von Süchteln bis Grefrath zu einem Gesamtkunstwerk machen soll.

Bereits der Name – Salix ist die botanische Bezeichnung für die Weide – deutet darauf hin, dass die Künstler aus Kaarst sich ausdrücklich mit der niederrheinischen Natur auseinandergesetzt haben.

„Kunst im Naturpark ist nur dann legitimiert, wenn sie sich auch inhaltlich auf die Umgebung bezieht“, erklärte das Salix-Mitglied Elke Beyer das Konzept.

Dass dieser Bezug ganz unterschiedlich aussehen kann, verdeutlichen die nahe der Burg Uda aufgestellten Kunstwerke von Wilhelm Schiefer und Uli Mader.

Maders „Flügelbaum“ stellt den Menschen in den Kontext der Evolution: Gemeinsam mit stilisierten Flügeln von Quastenflosser, Flugsaurier, Fledermaus, Schwalbenschwanz und Ara ist an der fünf Meter hohen Stele ein menschlicher Arm befestigt, der dem Spaziergänger den Weg in die Natur weist.

Von Schiefers „Parkwächter“ fühlt sich der Betrachter dagegen eher beobachtet: Aus neun Metern Höhe, optisch verstärkt durch den konischen Verlauf, blicken vier menschliche Silhouetten auf den Naturpark herab. „Das soll ein Mahnmal sein, sich pfleglich zu verhalten“, so der Künstler.

Ein Frosch, Insekten und eine stilisierte Wiese sind die Themen der Plastiken von Burkhard Siemsen, Klaus Fabian und Elke Beyer, die zwischen Clörather und Langendonker Mühle ihren Platz gefunden haben.

Dass das künstlerische Naturerlebnis verwirklicht werden konnte, ist in finanzieller Hinsicht vor allem den Fördergeldern des Umweltministeriums zu verdanken: 45 000 Euro wurden für den zweiten Platz im Wettbewerb bereitgestellt. Auch die Sparkassenstiftung Natur und Kultur gehört zu den Sponsoren.

„Die Positionierung der Kunstwerke an markanten Punkten soll die Menschen in die Niers-Niederung hineinziehen und die Natur erlebbarer machen“, fasste Staatssekretär Alexander Schink zusammen, weshalb der zweite Platz an das Salix-Projekt ging.

Und wer zu Fuß oder mit dem Rad an der Niers entlangwandert, wird den Initiatoren wohl zustimmen können: Gut durchdachte Kunst am Wegesrand macht den Naturpark tatsächlich attraktiver.

Die einzelnen Kunstwerke

Kleines Wiesenstück: Plastik von Elke Beyer (63) aus 36 Einzelelementen. Standort: Rastplatz an der Clörather Mühle am wiederhergestellten Niers-Altarm.

Acht Insektensilhouetten: Edelstahl-Installation von Klaus Fabian (56): an der Brücke von Schüpp bei Süchteln.

Parkwächter: Holzkonstruktion von Wilhelm Schiefer (72): am wiederhergestellten Niers-Altarm nahe Burgbenden, Oedt.

Flügelbaum: Fünf Meter Hohe Plastik von Uli Mader (57): unmittelbar hinter der Burg Uda, Oedt.

Kulturraum-Raum: Perspektivische Holzinstallation mit Frosch-Silhouette von Burkhard Siemsen (60): Niersbrücke am Langendonker Weg/an der Langendonker Mühle zwischen Vinkrath und Grefrath.

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