0 0
stellen
auto
immobilien
marktplatz
tiere
reisen
inserieren
LokalesKreis MettmannWülfrath / Ratingen / Velbert
20. April 2009 - 16:00 Uhr
Wülfrath: Kalk rutscht tief in die Krise
von Thomas Reuter
mit einem Kommentar von Thomas Reuter
Ab dem 1. Mai gibt es Kurzarbeit im Werk Flandersbach. Ein Stellenabbau wird bereits geprüft. Außerdem kommt die komplette Sponsorentätigkeit auf den Prüfstand.
 
 

Wülfrath. „Ich krempel’ jeden Morgen die Ärmel hoch: Was kann ich heute tun, um die Lage zu verbessern?“ Franz Pöppelbaum will nicht jammern. Doch schön reden will der Personalchef von Rheinkalk die Situation auch nicht. „Jeden Monat geht der Absatz weiter runter. Und ein Ende ist nicht abzusehen“, sagt Geschäftsführer Michael Liell. Rheinkalk rutscht tiefer in die Krise. Dementsprechend drastischer werden die Maßnahmen, die ergriffen werden sollen.

Zum 1.Mai wird es im Werk Flandersbach Kurzarbeit geben. „Der Absatz ist aber zu gering, als dass dieser Kurzarbeit auf Dauer tragen könnte“, schließt Liell auch Stellenabbau nicht mehr aus. Davon könnte auch die Hauptverwaltung betroffen sein.

Am Standort Wülfrath hat Rheinkalk zurzeit rund 620 Mitarbeiter. Befristete Arbeitsverhältnisse werden in der aktuellen Marktsituation nicht verlängert. Davon ist laut Unternehmenssprecher eine Personenzahl im niedrigen zweistelligen Bereich betroffen.

Flandersbach ist vom Absatzrückgang stark betroffen

Auf 35 bis 40 Prozent beziffert Liell den Absatzrückgang insgesamt bei der Rheinkalk-Gruppe. Das Werk Flandersbach sei aber stärker betroffen – weil die Abhängigkeit zur Stahlbranche so groß ist. „Flandersbach ist auf kontiniuierlichen Produktabfluss angewiesen“, sagt Pöppelbaum.

„Das ist nicht gegeben.“ Um darauf zu reagieren, greift die Geschäftsführung zu verschiedenen Werkzeugen. So werden einzelne Aggregate im Gesamtbestand nicht immer genutzt. Temporär bleiben zum Beispiel Teile wie Brennöfen oder Steinmahlanlagen abgeschaltet. „Aber keine Einrichtung ist so stillgelegt, dass sie nicht wieder in Betrieb genommen werden kann“, versichert Liell.

„ Wir werden nach der Krise besser da stehen als vor der Krise.“

Michael Liell, Geschäftsführer Rheinkalk

In dieser Woche wird Rheinkalk bei der Agentur für Arbeit in Wuppertal den Antrag auf Kurzarbeit stellen. In der vergangenen Woche haben Geschäftsführung und Betriebsrat die vorbereitenden Gespräche für diesen Schritt geführt. Der Steinbruch, die Instandhaltung und der Bahnhof werden betroffen sein, „so um die 100 Leute“, sagt Pöppelbaum. Für erst einmal sechs Monate werde Kurzarbeit beantragt. „Sie kann aber auch von heute auf morgen wieder abgeschafft werden.“

Parallel öffnet Rheinkalk aber auch eine weitere Schubladen in seinem „Werkzeugkoffer gegen die Krise“: Hinter der Fragestellung „Wo werden wir künftig was produzieren?“ steht auch die Prüfung, wo künftig noch welche Arbeitskräfte benötigt werden, „eine Neuaufstellung von Rheinkalk“ kündigt Liell an.

In den nächsten drei, vier Wochen sollen Prüfungen abgeschlossen sein, wo Kosten eingespart werden können. Dann, so Pressesprecher Peter Müllenborn, könne gesagt werden, wo wie viele Stellen abgebaut werden sollen. Liell verhehlt nicht: „Die Überlegungen für Stellenabbau sind im Gange.“

Rheinkalk setzt alles – auch die Sachkosten – auf den Prüfstand. Dies wird zum Beispiel auch die Vereinswelt zu spüren bekommen. „Wir überdenken alle Marketingmaßnahmen und Sponsorentätigkeiten“, so Liell. Ein Signal: Das jährliche Fest für die ehemaligen Geschäftsführer Rheinkalks wurde bereits abgesagt.

Liell und Pöppelbaum empfinden die anhaltende Krise, „die wir und Kalk so noch nie erlebt haben“, auch als emotionale Belastung. Jeder in der unternehmerischen Verantwortung trage „diesen Rucksack“. Schließlich gehe es bei allen Entscheidungen um Menschen, deren Familien, eben viele Schicksale“, sagt Liell.

Kommentar
Ohne Alternative
Von Thomas Reuter

Das ist eine Wülfrather Weisheit: Hustet Kalk, hat die ganze Stadt eine Grippe. Und Kalk leidet in der Krise. Kurzarbeit, vielleicht Entlassungen – ein Ende des Abschwungs ist nicht abzusehen. Dass das Unternehmen in dieser Phase auch die oftmals großzügigen Sponsorentätigkeiten in Frage stellt, ist ohne Alternative. Es ist keinem... mehr  

Und Pöppelbaum bekräftigt, „dass es Motivations für uns alle ist, Rheinkalk so aufzustellen, dass das Unternehmen in Zukunft auf soliden Füßen steht“. Liell nickt: „Wir werden nach der Krise besser da stehen als vor der Krise.“

Im Internet
Social-Bookmark setzen
del.icio.us Mister Wong YiGG Webnews Linkarena
 
 
Umfrage
Sack oder Tonne - wie wollen Sie in Mettmann Ihren Müll entsorgen?
im Sack
in der Tonne

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Ein missglückter Überholvorgang auf der Straße Ibacher Mühle endete am Dienstagnachmittag mit einem überschlagenen Wagen.  mehr...
Fotogalerie
Schon wieder ist es im Kreuz Hilden zu einem schweren Unfall mit einem Lastwagen gekommen.  mehr...
Umfrage
Turbo-Abitur oder doch 13 Jahre bis zur Reifeprüfung – welcher Weg zum Abitur ist der richtige?
Das Turbo-Abitur setzt die Schüler zu stark unter Druck - 13 Jahre sind besser.
Andere Bundesländer und europäische Nachbarn haben gezeigt, dass Abi in 12 Jahren kein Problem ist.

 Kommentare lesen
Fotogalerie
In Erkrath-Hochdahl ist am Dienstag eine Frau getötet worden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde die 50-Jährige in ihrer Wohnung von ihrem Ehemann umgebracht.  mehr...
Umfrage
Erkrath: Gefällt Ihnen der neue Hochdahler Markt?
Ja, der Markt ist jetzt viel freundlicher und lädt zum Einkaufen ein.
Nein, ich finde den Markt jetzt kahl und wenig einladend.

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Bei einem schweren Unfall sind am Samstag zwei Fahrer auf der Brachter Straße schwer verletzt worden  mehr...
Umfrage
Hilden: Finden Sie es gut, sich an Wildobst zu bedienen?
Ja, frisch vom Baum schmeckt das Obst besonders gut.
Nein, ich überlasse die Natur sich selbst.

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Großbrand in Hilden: In einer Lagerhalle eines papierverarbeitenden Betriebs ist am Dienstag ein Feuer ausgebrochen.  mehr...
Fotogalerie
Golfprofi Martin Kaymer hat sensationell die PGA-Championship gewonnen. Der 25-Jährige aus Mettmann setzte sich in Kohler/Wisconsin beim vierten und letzten Major-Turnier des Jahres im Stechen gegen Bubba Watson aus den USA durch.  mehr...
Fotogalerie
Ein altes Fachwerkhaus ist in der Innenstadt von Velbert-Langenberg ist am Mittwochmittag komplett ausgebrannt.  mehr...
Fotogalerie
Ein 500 Jahre altes Fachwerkhaus ist in der Innenstadt von Velbert-Langenberg ist am Mittwochmittag komplett ausgebrannt.  mehr...
Fotogalerie
Ob Ritterspiele, Handwerk oder Kulinarisches: Beim Mittelaltermarkt in Neviges kamen Jung und Alt auf ihre Kosten.  mehr...
Fotogalerie
Ein mit einer Strumpfhose maskierter Mann hat am Donnerstag gegen 15 Uhr die Zweigstelle der Kreissparkasse an der Professor-Sudhoff-Straße überfallen.  mehr...
Fotogalerie
Hoher Sachschaden entstand am frühen Dienstagmorgen, als vier Waggons eines beladenen Güterzuges aus den Gleisen sprangen.  mehr...
Fotogalerie
Die Bruderschaft der St. Sebastiani-Schützen hat am Sonntagnachmittag mit einem großen Festumzug durch die Ratinger Innenstadt den Höhepunkt beim diesjährigen Schützenfest gesetzt, der höchstens noch vom Feuerwerk am Montagabend getoppt werden könnte.  mehr...
Umfrage
Haan: Finden Sie es richtig, dass der Wanderweg vorerst gesperrt bleibt?
Ja, ich kann verstehen, dass der Mann seine Ruhe haben möchte.
Nein, das ist reine Schikane gegen Spaziergänger, um die Stadt unter Druck zu setzen.

 Kommentare lesen
Fotogalerie
Nach einem schweren Unfall musste die Autobahn 46 am Montagmorgen für Rettungs- und Bergungsarbeiten in beide Richtungen über mehrere Stunden komplett gesperrt werden.  mehr...
Abgeordnetenwatch
Über abgeordnetenwatch.de können Sie Ihre Abgeordneten vor Ort online befragen. Einfach unten auf den Link klicken, auf der folgenden Seite Ihre Postleitzahl eingeben und los geht's!
1. Auf der anderen Seite sitzt immer ein Mensch. Beleidigende, rufschädigende und bloßstellende Beiträge werden entfernt. Das heißt: Kommentare werden gelöscht, wenn sie andere etwa wegen ihres Geschlechts, ihres Alters, ihrer Sprache, ihrer Abstammung, ihrer religiösen Zugehörigkeit oder ihrer Weltanschauung diskriminieren oder ihnen beruflich schaden können.  2. Die allgemeinen Gesetze und...  mehr...