Krankenhaus bekommt Zertifikat für Qualität und Transparenz. Arbeitsabläufe wurden verbessert, Schwachstellen korrigiert.
Krefeld. Feierstimmung herrschte gestern im Alexianer-Krankenhaus. Nach einer fast zweijährigen Vorbereitungsphase erhielten die Alexianer jetzt das begehrte Qualitäts-Zertifikat nach KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus). Damit ist die Klinik an der Oberdießemer Straße das erste auf diese Weise ausgezeichnete Krankenhaus in Krefeld und eines von bisher nur 88 im gesamten Bundesgebiet.
Das Zertifikat bescheinigt dem Krankenhaus einen hohen Standard im ärztlichen, pflegerischen und verwaltungstechnischen Bereich. Um diese Auszeichnung zu erlangen, musste das extra gegründete 13-köpfige Qualitätsmanagement-Team zu rund 700 Kriterien Stellung nehmen. Ein alle Bereiche umfassendes Qualitätsmanagement-System musste aufgebaut werden. Im Juli besuchten dann Visitoren der KTQ das Haus und überprüften das System. Insgesamt waren sie sowohl mit der Qualität, als auch dem Bemühen, diese für Patienten und Mitarbeiter transparenter zu machen, zufrieden.
"Dieses Zertifikat zeigt, dass wir uns dem Wettbewerb mit anderen Krankenhäusern stellen", erläuterte Friedhelm Sicking, stellvertretender Verwaltungsdirektor des Hauses. "Der Qualitätsbericht ist für jedermann im Internet abrufbar und direkt mit den Berichten anderer Häuser vergleichbar." Auch für Ärzte und Krankenkassen könnten solche Qualitätsberichte in Zukunft eine wichtige Orientierungshilfe sein.
Im Zentrum des neuen Systems steht die Optimierung von Arbeitsabläufen im Krankenhaus, darunter zum Beispiel die Patientenaufnahme und die Visite. Unter der Leitung des Qualitätsmanagement-Beauftragten Martin Kleinschmidt wurden viele Probleme angegangen: Die Verringerung von Wartezeiten, die detailliertere Absprache des Behandlungsprozesses mit dem Patienten und vieles mehr. Professor Klaus Fasshauer, ärztlicher Direktor der Klinik, gibt zu: "Wir standen dieser Zertifizierung anfangs skeptisch gegenüber. Schließlich kam da auch ein Berg von zusätzlicher Arbeit auf uns zu." Aber viele Beschäftigte ließen sich mit der Zeit überzeugen und halfen tatkräftig mit. "Viele Arbeitsabläufe sind tatsächlich verbessert worden", so Fasshauer, "und weitere Schwachstellen sollen noch angepackt werden."
Das ist auch nötig, denn das Zertifikat gilt nur drei Jahre. Dann wird erneut gefragt und geprüft. Kleinschmidt ist sich sicher: "In drei Jahren werden die Maßstäbe noch höher liegen!"
25.08.04Von Stefan Küper

